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Nach Strafanzeigen und Instagram-Meldung: Kölner AfD-Politiker lässt manipuliertes Material von „Blogger im Einsatz“ online – und liked radikale Aufrufe zu Schusswaffengewalt

Konkrete Forderungen nach einem „Schießbefehl“ und unverhohlene Aufrufe zum gezielten Einsatz von tödlichen Schusswaffen gegen Demonstranten beschäftigen den Kölner Staatsschutz. Nachdem das betroffene Medienportal „Blogger im Einsatz“ wegen des verfälschten Pressematerials umfassende Strafanzeigen eingereicht und Löschmeldungen bei Instagram eingeleitet hat, liegen nun schockierende Belege vor: Der Kölner AfD-Politiker Felix Helleckes hat diese brutalen Gewaltaufrufe auf seinem Kanal aktiv mit „Gefällt mir“-Herzen versehen. In einem privaten Austausch bestätigte der Mandatsträger zudem die vorherige, gezielte Bearbeitung des Materials.

Von Blogger im Einsatz 

Der Fall, der nun die Kölner Justiz und den Staatsschutz beschäftigt, geht auf das Aufeinandertreffen einer Pro-Palästina-Demonstration und einer Pro-Israel-Kundgebung am 22. Mai 2026 im Stadtteil Ehrenfeld zurück. Ein Reporter des betroffenen Portals „Blogger im Einsatz“ dokumentierte vor Ort ein Handgemenge im Gesamtzusammenhang, bei dem ein Teilnehmer den Arm einer einschreitenden Polizeibeamtin wegschlug.

Kurze Zeit später veröffentlichte der Kölner AfD-Politiker Felix Helleckes eine veränderte, stark herangezoomte Version dieser Sequenz auf der Plattform Instagram. In der Bildbeschreibung wurde behauptet, der Demonstrant habe der Beamtin „ins Gesicht“ geschlagen – eine Darstellung, die durch das ungeschnittene Originalmaterial von „Blogger im Einsatz“ widerlegt wird. Zudem lenkte der Beitrag den Fokus gezielt auf das Bürgerzentrum Ehrenfeld


Wer ist Felix Helleckes? 

Felix Helleckes ist ein Kölner Lokalpolitiker der Alternative für Deutschland (AfD). Er sitzt seit der Kommunalwahl im Herbst 2025 in der Bezirksvertretung Köln-Ehrenfeld. Bis Mai 2026 agierte er dort als AfD-Fraktionsvorsitzender, ehe sich die zweiköpfige Fraktion nach internen Unstimmigkeiten auflöste, da seine Fraktionskollegin eine räumliche Trennung verlangte. Neben seiner politischen Tätigkeit ist Helleckes als rechter YouTuber, Streamer (unter dem Pseudonym reallifemitFelix) und Podcaster aktiv, wobei er regelmäßig Inhalte aus dem Raum Köln im Bereich True-Crime und politischem Aktivismus veröffentlicht. Er trat in der Vergangenheit unter anderem als Redner bei Kundgebungen der islamfeindlichen Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) auf. Erst im Februar 2026 wurde Helleckes vom Amtsgericht Köln rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er eine Grünen-Politikerin gegen ihren Willen gefilmt, beschimpft und das Material im Internet verbreitet hatte.

Systematische Likes für konkrete Aufrufe zur Schusswaffengewalt

Die Folgen dieser verfremdeten, auf maximale Skandalisierung ausgerichteten Darstellung wiegen schwer. In den Kommentarspalten des Politikers kam es zu einer drastischen Radikalisierung. In den vorliegenden Beweisscreenshots fordern Nutzer unverhohlen schwerste Gewalt unter Einsatz von Waffen gegen die Beteiligten.

So fordert ein Nutzer: „Sofort wegklatschen diesen linken Abschaum“. Ein anderer verlangt konkret: „Direkt Scharf Schießen. Es langt.“ Ein weiterer Kommentar verschärft den Ton drastisch und fordert einen „Schießbefehl und das ganze Gesindel wegrotzen.“ Zudem wurde die pauschalisierende Behauptung aufgestellt, Palästinenser und deren Befürworter seien „potenzielle Terroristen“.

  

Die juristische und politische Brisanz liegt in der Reaktion des Mandatsträgers: Anstatt diese strafrechtlich relevanten Kommentare und Aufrufe zur Waffengewalt umgehend zu löschen, wurden sie flächendeckend und systematisch vom offiziellen, verifizierten Account von Felix Helleckes mit einem „Gefällt mir“-Herz versehen. Die Redaktion sieht darin eine offene Billigung von Straftaten und hat dies zur Anzeige gebracht.

Umfassende Strafanzeigen und Meldungen eingereicht

Da das verfälschte Pressematerial trotz offizieller Meldungen über die Urheberrechts- und Sicherheitsverfahren von Instagram weiterhin online abrufbar bleibt, hat das Medienportal „Blogger im Einsatz“ nun den juristischen Weg gewählt. Im Namen der Redaktion wurden bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Köln umfassende Strafanzeigen eingereicht.

Die Vorwürfe wiegen schwer und umfassen Urheberrechtsverletzungen (§§ 23, 106 UrhG) wegen der ungenehmigten Bearbeitung des Pressematerials sowie Staatsschutzdelikte. Hierbei stehen insbesondere der Vorwurf der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten (§ 111 StGB) und der Volksverhetzung (§ 130 StGB) im Fokus, da das massenhafte Liken der Kommentare die Hasswelle nach Ansicht der Redaktion gezielt befeuert und bestärkt hat.

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