Direkt zum Hauptbereich

Bielefeld: Antisemitische Vorfälle gegen Redakteur von „Blogger im Einsatz“ bei Demonstration

Bielefeld. Bei einer Pro-Palästina-Demonstration in der Bielefelder Innenstadt ist es am Samstag zu antisemitischen Beschimpfungen gegen einen Medienvertreter gekommen. Betroffen war der Redakteur des Blogs „Blogger im Einsatz“, der die Versammlung vor Ort dokumentierte. Die anwesende Polizei griff in der Situation ein.


Verbale Angriffe auf Blogger 

Die Kundgebung, an der rund 42 Personen teilnahmen, war von verbalen Attacken gegen den journalistischen Blogger geprägt. Ein Demonstrationsteilnehmer beschimpfte den Redakteur von „Blogger im Einsatz“ mehrfach gezielt als „Kinderfresser“ und nutzte den Begriff „Zio“. Zum Ende der Versammlung zeigten mehrere Teilnehmer in Richtung des Bloggers den Mittelfinger.

Der Begriff „Kinderfresser“ wird in der Antisemitismusforschung als Reaktivierung der mittelalterlichen Ritualmordlegende eingestuft. Bei diesem Narrativ werden historische, judenfeindliche Schuldzuweisungen auf den Staat Israel oder Personen, die man dafür verantwortlich macht, übertragen. 


Polizei geht dazwischen

Als der Mann den Redakteur wiederholt verbal angriff, griffen die anwesenden Polizeikräfte direkt ein. Die Beamten schoben den Aggressor von dem Journalisten weg und ermahnten ihn vor Ort mit den Worten, dass er nicht provozieren solle. Durch das schnelle Einschreiten der Einsatzkräfte konnte eine weitere Eskalation verhindert werden.


Schrumpfende Teilnehmerzahlen und gespaltene Reaktionen

Die Versammlung verdeutlicht den Rückgang des gesellschaftlichen Zuspruchs für diese Proteste im Vergleich zu den Vorjahren. Die verbliebenen 42 Teilnehmer führten Palästina-Fahnen mit sich und trugen teilweise Kleidung mit dem Aufdruck „Palestine 48“, was symbolisch für den Anspruch auf das gesamte historische Gebiet Palästinas steht.

Die Passanten in der Bielefelder Innenstadt reagierten gespalten auf die Aktion: Während sich zahlreiche Bürger lautstark über die Versammlung und die Parolen beschwerten, schlossen sich andere Passanten den Rufen im Vorbeigehen spontan an. Ein breiter Rückhalt aus der Bevölkerung blieb jedoch aus.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eklat in Wuppertaler Lokal: Putin-Freunde tafeln unter Kriegs-Deko – Ukraine-Aktivist protestiert vor Ort

Am gestrigen Sonntag trafen sich Befürworter des russischen Machthabers Wladimir Putin und des Angriffskrieges gegen die Ukraine im Wuppertaler Lokal „Nascha Russia“ in Barmen. Die Veranstaltung, zu der für 18:00 Uhr über den Messengerdienst Telegram aufgerufen wurde , lockte circa 15 Personen an. In dem Aufruf hieß es: „EIN TREFFEN UNSERER RUSSISCH-DEUTSCH-EINHEIT WIRD FINDEN“. Foto: Christopher S. Der Autor dieses Berichts war als Pressevertreter für den Blog "Blogger im Einsatz " direkt vor Ort, um das Geschehen zu begleiten. Polizei verlangt Personalienfeststellung Die Berichterstattung begann für den Pressevertreter mit der Feststellung der Personalien durch die Polizei, einschließlich der Abfrage des Personalausweises. Die Beamten begründeten die Maßnahme damit, es sei bekannt, dass falsche oder gekaufte Presseausweise im Umlauf seien, weshalb die Echtheit geprüft werden müsse. Der Autor des Berichts wies darauf hin, dass diese allgemeine Behauptung keine genügende konk...

Angriffe auf Passanten in Köln – Verdacht auf rechtsextremen Hintergrund

Rechtsextremist aus Köln verbreitet ein Video eines Angriffs auf einen Passanten Ein rechtsextremer Aktivist aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis hat auf TikTok ein Video eines gewaltsamen Angriffs auf einen Passanten veröffentlicht. Darauf weist der Blog „Blogger im Einsatz“ hin, der über Fälle berichtet, die ihm zugetragen wurden. Nach Angaben des Blogs steckt hinter dem Account „Lonkh“ ein polizeibekannter Rechtsextremist aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, der bereits in der Vergangenheit durch Drohungen gegen Antifaschisten sowie durch das öffentliche Posieren mit Waffen auffiel.  In dem TikTok-Video ist zu sehen, wie ein Mann einem Passanten von hinten auf den Kopf schlägt, sodass dieser zu Boden geht. Über die Aufnahme wurde der Satz gelegt: „Packt mich ruhig mit mehreren, aber vergesst nicht, dass wir jeden von euch einzeln packen werden.“ TikTok-Video vom Account „Lonkh“; im Bild stürzt ein Passant zu Boden. Ein zweites Video zeigt einen jungen Erwachsenen, der einen Passant...

Störaktion in Synagoge und 26 Strafanzeigen bei Pro-Palästina-Kundgebung in Düsseldorf

Düsseldorf, 09. Oktober 2025 – In Düsseldorf kam es am Donnerstagabend zu einem größeren Polizeieinsatz auf einer Pro-Palästina-Kundgebung, die in 50 Metern zur Synagoge an der Zietenstraße stattfand. Zeitgleich lief dort eine Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf mit dem deutsch-israelischen Publizisten und ehemaligen IDF-Sprecher Arye Sharuz Shalicar. Die Polizei leitete im Zusammenhang mit der Kundgebung insgesamt 26 Strafverfahren ein – unter anderem wegen des Verdachts auf Volksverhetzung sowie das Verwenden verfassungswidriger Symbole. Grund für das Einschreiten waren auf Nachfrage von Blogger im Einsatz die Inhalte auf mitgeführten Fahnen, die entsprechende Straftatbestände erfüllten. Eine Anti-Israel-Kundgebung 50 Meter von der Synagoge in Düsseldorf entfernt. Foto:/ Christopher S. Zu der Kundgebung hatten verschiedene Einzelpersonen und Gruppen aufgerufen, darunter auch die Kleinpartei Mera25, wie aus einem entsprechenden Sharepic hervorgeht. Nach Schätzungen nahmen ...