Köln – Am Freitagabend ist es am Rande einer pro-palästinensischen Versammlung in Köln zu einem Zwischenfall mit einem unabhängigen Dokumentaristen gekommen. Eine Ordnerin der Demonstration soll dem Mann das Smartphone aus der Hand geschlagen und an sich genommen haben. Die anschließenden Polizeimaßnahmen stoßen auf Kritik.
Nach bisherigen Informationen ereignete sich der Vorfall auf dem öffentlichen Bürgersteig außerhalb der angemeldeten Versammlungsfläche. Die Ordnerin soll dem Dokumentaristen, der die Demonstration filmte, das Handy aus der Hand geschlagen und es an sich genommen haben. Der Medienvertreter versuchte daraufhin, sein Arbeitsgerät zurückzuerlangen.
Der Redaktion von „Blogger im Einsatz“ liegt ein Video des Angriffs vor.
Polizeieinsatz gegen den Betroffenen
Statt den Vorfall primär als mögliche Straftat gegen den Journalisten aufzunehmen, gingen die Beamten gewaltsam gegen den Dokumentaristen vor. Nach dessen Schilderung wurde er gegen eine Wand gedrückt und abgeführt. Ein unbeteiligter Zeuge soll den Polizisten noch gezeigt haben, in welche Richtung sich die Ordnerin entfernte.
Der betroffene Dokumentarist, der aus Sicherheitsgründen hier nur Simon genannt wird, teilte mit: „Cops haben mich an die Wand gerammt und abgeführt.“ Die Polizei nahm den Angaben des Betroffenen zufolge die Personalien der Ordnerin auf. Eine Strafanzeige des Dokumentaristen gegen die Frau sei vor Ort jedoch nicht aufgenommen worden.
Der Vorfall ereignete sich zudem nur eine Woche nach den massiven Ausschreitungen am Leo-Amann-Platz in Köln-Ehrenfeld am 22. Mai 2026. Damals war es bei einer ähnlichen Kundgebung zu Tumulten und Angriffen auf Beamte gekommen. An diesem Tag wurde der Medienvertreter unseres Blogs bereits massiv bedrängt und an der Arbeit gehindert. Kritiker warfen den Behörden schon damals vor, die zunehmende Aggressivität der Szene und die Warnsignale zu ignorieren.
Recherche und Presseanfrage laufen
Redaktionsleiter Christopher Stenzel vom Blog Blogger im Einsatz bestätigte, dass die Ermittlung des genauen Status der Angreiferin nun Kern der laufenden Recherchen ist. Unsere Redaktion hat noch am späten Freitagabend eine offizielle Presseanfrage nach dem Landespressegesetz NRW an die Pressestelle der Polizei Köln gerichtet. Die Behörde ist explizit aufgefordert, die Rechtsgrundlage für das harte Vorgehen gegen den Dokumentaristen darzulegen und zu beantworten, ob gegen die Ordnerin ermittelt wird. Die gesetzte Antwortfrist läuft am kommenden Montag (01. Juni 2026) um 12:00 Uhr ab. Eine Stellungnahme des Polizeipräsidiums Köln liegt bislang noch nicht vor.
Quellen:
- Betroffener
- Videoaufzeichnungen

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