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Israel- und Palästina-Kundgebungen in Köln weitgehend friedlich verlaufen


Am Freitagabend sind in der Kölner Innenstadt Anhänger pro-israelischer und pro-palästinensischer Gruppierungen zu Kundgebungen zusammengekommen. Trotz der räumlichen Nähe am Hans-Böckler-Platz blieb die Lage laut Polizeiangaben weitgehend ruhig.

Redaktion Blogger im Einsatz 

Die Versammlungen am Freitag begannen gegen 17:30 Uhr mit einer pro-israelischen Kundgebung. Nach Angaben von "Blogger im Einsatz" versammelten sich auf der gegenüberliegenden Seite des Hans-Böckler-Platz rund zehn Personen. Unmittelbar im Anschluss folgte direkt auf dem Platz eine pro-palästinensische Demonstration, an der in der Spitze etwa 70 Menschen teilnahmen.

Die Polizei war mit einem entsprechenden Aufgebot vor Ort, um eine direkte Konfrontation der beiden Lager zu verhindern. Trotz der emotional aufgeladenen Thematik zogen die Beamten eine weitestgehend positive Bilanz: Zwar wurden zwei Beleidigungs-Strafanzeigen gefertigt, zu nennenswerten Ausschreitungen oder größeren Zwischenfällen kam es jedoch nicht.

Teilnehmende der pro-israelischen Versammlung mit einem Banner gegen Antisemitismus. (Foto: Blogger im Einsatz)

Schwierige Kommunikation am Rande der Kundgebungen

Im Zentrum der journalistischen Begleitung standen Versuche, die Beweggründe der Teilnehmenden durch Interviews näher zu beleuchten. Der Redakteur von „Blogger im Einsatz“ bot beiden Lagern die Möglichkeit zur Stellungnahme an, stieß dabei jedoch auf eine unterschiedliche Resonanz.

Während die pro-israelische Seite Gesprächsbereitschaft signalisierte, blieben detaillierte Anfragen zu Motivationen und politischen Ansichten auf der pro-palästinensischen Seite weitgehend unbeantwortet. Lediglich ein Teilnehmer äußerte sich kurz gegenüber den Berichterstattern. Er gab an, man sei vor Ort, da man „für den Frieden“ stehe. Die darüber hinausgehende Frage, ob und wie eine konkrete Lösung des Nahost-Konflikts aus Sicht der Demonstrierenden erreicht werden könne, blieb ergebnislos. Eine tiefergehende inhaltliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage in der Region fand im Rahmen der Befragung durch die Demonstranten nicht statt.

Diese Form der Kommunikation ist bei Versammlungen dieser Art häufig zu beobachten. Die Zurückhaltung gegenüber Pressevertretern führt dazu, dass die inhaltliche Tiefe der Proteste für Außenstehende oft schwer greifbar bleibt.

Pro-palästinensischer Aufzug in der Kölner Innenstadt. (Foto: Blogger im Einsatz)

Pro-israelische Teilnehmende beklagen "verzerrte Darstellung"

Im Gegensatz zur Zurückhaltung im pro-palästinensischen Lager zeigte sich die pro-israelische Versammlung deutlich gesprächsbereiter. Der Redakteur von„Blogger im Einsatz“ konnte hier mehrere schriftliche Interviews führen. Unter anderem äußerte sich eine Teilnehmerin, die zu ihrem Schutz unter dem Pseudonym „Amy“ zitiert wird.

Sie begründete ihre Anwesenheit damit, dass man einer ideologischen Deutungshoheit, die sie als sektiererisch bezeichnete, entgegentreten müsse. Nach Ansicht der Demonstrantin werde die Realität des Konflikts oft verzerrt dargestellt; sie sprach in diesem Zusammenhang von bewussten Falschinformationen. Ein zentrales Motiv für ihre Teilnahme sei zudem der Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Dieser sei für sie „nicht hinnehmbar“. „Amy“ betonte, sie wolle verhindern, dass Menschen auf einseitige Darstellungen „reinfallen“.

Ihren Entschluss zur Demonstration bezeichnete sie als Akt der Solidarität mit Jüdinnen und Juden. Es gehe darum, in der öffentlichen Debatte Präsenz zu zeigen und ein Gegengewicht zu den Narrativen der Gegenseite zu bilden.


Existenzrecht Israels als Kernanliegen

Auch andere Teilnehmende der pro-israelischen Versammlung untermauerten ihre Motivation mit grundsätzlichen politischen und historischen Erwägungen. In weiteren schriftlichen Interviews gegenüber „Blogger im Einsatz“ wurde die Unterstützung für den Staat Israel als moralische Verpflichtung hervorgehoben.

Ein Demonstrant betonte, es sei sowohl aus „humanitärer als auch aus geschichtlicher Sicht richtig“, konsequent für das Existenzrecht Israels einzustehen. Die Geschichte verpflichte dazu, hier eine klare Position zu beziehen.

Ein weiterer Teilnehmer formulierte sein Erscheinen als direkte Reaktion auf die zeitgleiche Gegenveranstaltung. Er stehe hier explizit gegen die pro-palästinensische Demonstration, die er als „Hamas-Demo“ bezeichnete, und wolle ein sichtbares Zeichen für Israel setzen.


Behinderung der Pressearbeit zu Beginn des Aufzuges

Überschattet wurde der Beginn der pro-palästinensischen Versammlung durch einen Zwischenfall, bei dem die journalistische Arbeit vor Ort beeinträchtigt wurde. Nach Angaben der Redaktion von „Blogger im Einsatz“ kam es unmittelbar zum Auftakt des Demonstrationszuges zu zwei gezielten Behinderungen der Filmaufnahmen. Neben dem Redakteur des Blogs war auch ein weiterer Dokumentarist betroffen.

Ein Teilnehmer der Versammlung verließ den Demonstrationszug, betrat den Bürgersteig und blockierte die Kamera des Redakteurs mit seinem Körper. Dabei kam es nach vorliegenden Informationen auch zu einem physischen Kontakt mit dem technischen Equipment.

Die Redaktion verweist zur Untermauerung des Vorfalls auf entsprechendes Videomaterial sowie eine lückenlose Dokumentation vor Ort. Der Vorfall ereignete sich in einer Phase, in der die Versammlungsteilnehmer bereits eine skeptische Haltung gegenüber den anwesenden Medienvertretern eingenommen hatten.

Ein Teilnehmer blockiert die Kameraaufnahmen von „Blogger im Einsatz“.
   
Eine Teilnehmerin blockiert die Kameraaufnahmen von „Blogger im Einsatz“.

Trotz dieses Vorfalls konnte die Berichterstattung über den weiteren Verlauf der Demonstrationen fortgesetzt werden. Die Polizei Köln hat den Einsatz insgesamt als weitgehend friedlich bewertet, führt jedoch Ermittlungen im Zusammenhang mit den während der Versammlungen gefertigten Strafanzeigen.



Quellenverzeichnis:

• Dokumentation vor Ort 
• Videomaterial 
•  Schriftliche Interviews mit Teilnehmenden der pro-israelischen Versammlung

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