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Köln: Pressevertreter auf Pro-Palästina-Versammlung körperlich angegriffen und verletzt

Köln: Pro-Israel- und Pro-Palästina-Versammlungen sorgen für Aufsehen


In der Kölner Innenstadt haben am Freitagabend (05.09.2025) zwei Versammlungen stattgefunden. Auf dem Bahnhofsvorplatz kamen Unterstützerinnen und Unterstützer einer Pro-Palästina-Demonstration zusammen. In Sichtweite, auf der Domplatte, versammelten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer israelsolidarischen Kundgebung.

Die Kundgebung begann gegen 18 Uhr. Nach Angaben vor Ort beteiligten sich rund 20 Personen. Etwa eine halbe Stunde später startete auf dem Bahnhofsvorplatz die Pro-Palästina-Demonstration, an der bis 19 Uhr rund 300 Menschen teilnahmen.

Beide Veranstaltungen verliefen nach ersten Informationen friedlich. Die Polizei war mit Kräften im Einsatz, um die Versammlungen voneinander zu trennen und mögliche Konflikte zu verhindern.
Eine israelsolidarische Teilnehmerin kritisiert die Terrororganisation Hamas


Ein Redner auf der Pro-Palästina-Versammlung äußerte Kritik an der Gewerkschaft Verdi. Er erklärte, er habe der Gewerkschaft in einer E-Mail drei zentrale Forderungen übermittelt. So verlangte er, dass Verdi keinen Genozid unterstütze und sich stattdessen auf die Interessen ihrer Mitglieder konzentriere.

In einer weiteren Rede wurde den Teilnehmenden der israelsolidarischen Mahnwache vorgeworfen, sich an die Seite von „Kindermördern“ zu stellen. Eine Begründung für diese Wortwahl nannte die Rednerin jedoch nicht.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der israelsolidarischen Kundgebung wiederum kritisierten das Auftreten der Gegendemonstration. Sie fordern seit mehr als 700 Tagen die Freilassung der noch immer festgehaltenen Geiseln vom 7. Oktober 2023. Auf Plakaten wurde die Hamas für ihre Verbrechen kritisiert.

Am 05.09.2025 fand am Bahnhofsvorplatz im Köln eine Pro-Palästina-Demonstration statt.

Nordiren zeigen Solidarität mit israelsolidarischer Kundgebung

Im Verlauf beider Versammlungen tauchte plötzlich eine Gruppe von Fußballfans eines nordirischen Vereins auf. Dabei skandierten sie wiederholt „You can stick your Palestine in your hole“. Als die Fans an der Pro-Palästina-Demonstration vorbeizogen und sich in Richtung der israelsolidarischen Kundgebung bewegten, jubelten sie und zeigten offen ihre Sympathie für die dortigen Teilnehmer. Nach Angaben einer Teilnehmerin kam es sogar zu einem symbolischen Austausch: Ein Fan übergab ihr seine Vereinsfahne, während sie ihm im Gegenzug eine Israel-Flagge reichte.

Versammlungsteilnehmer der israelsolidarischen Kundgebung halten die Vereinsfahne eines nordirischen Fußballvereins hoch, die man symbolisch mit der Israelfahne getauscht hat.

Pressearbeit fortlaufend behindert 

Ein Pressevertreter berichtete, dass ihm wiederholt die Sicht auf seine Kamera verdeckt worden sei. Zudem sei er von einzelnen Teilnehmenden bedrängt und aufgefordert worden, den Bereich zu verlassen. Dabei sei er auch verbal angegriffen worden. Nach Angaben des Betroffenen durfte ein anderer, den Veranstaltenden nahestehender Journalist ungehindert weiterarbeiten. Ein erstes Gespräch mit der Polizei über Unterstützung blieb ohne Konsequenz.

Eskalation am Alter Markt und Heumarkt


Im weiteren Verlauf schilderte der Pressevertreter, dass er am Alter Markt eng bedrängt wurde. Dabei sei es mehrfach zu Berührungen seiner Kamera gekommen. Nach erneuten Hinweisen an die Polizei habe sich die Situation kurzzeitig entspannt. Die Redebeiträge der Veranstaltung konnte er dennoch nicht dokumentieren.

Angriff auf dem Heumarkt 

Während der Abschlusskundgebung am Heumarkt kam es nach Angaben des Pressevertreters zu einem körperlichen Angriff. Ein Teilnehmer der Pro-Palästina-Versammlung habe ihn am Ohr gezogen. Der Pressevertreter wurde dabei verletzt und musste seine Arbeit abbrechen. Er begab sich anschließend in ärztliche Behandlung. Nach eigener Darstellung konnten bleibende Schäden zunächst nicht ausgeschlossen werden. Vor Ort erstattete er Strafanzeige wegen Körperverletzung.


Quellen: Redakteur vor Ort, Befragungen, Beobachtungen, externe Links 

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